Vollkosten je Kontakt
alle Kanäle
Was es kostet
Was ein Kontakt den Betrieb wirklich kostet.
Kosten je Kontakt=Vollkostensatz je Bearbeitungsstunde×Bearbeitungszeit in Sekunden3600
Vollkostensatz je produktiver Stunde=Gesamtkosten des Betriebsproduktive Stunden aller Kräfte
Vollkostensatz je Bearbeitungsstunde=Vollkostensatz je produktiver StundeAuslastung
Für die Kosten je Kontakt gilt der zweite Satz, weil die Bearbeitungszeit nur die Zeit im Kontakt misst und die bezahlte Wartezeit dazwischen sonst unverteilt bliebe.
NennerProduktive Stunden, nicht Anwesenheitsstunden und erst recht nicht Vertragsstunden. Der Unterschied beträgt im Modellbetrieb rund vierzig Prozent.
ZählerGesamtkosten heißt: Personalkosten der bearbeitenden Kräfte, Personalkosten von Führung, Planung, Qualität und Training, dazu Sachkosten. Wer nur die erste Gruppe rechnet, kommt auf gut die Hälfte des richtigen Wertes; Kapitel 29 rechnet es vor.
FallenDie Bearbeitungszeit muss die Nachbearbeitung enthalten. Und der Wert je Kanal überrascht: Im Modellbetrieb ist der E-Mail-Kontakt teurer als der Telefonkontakt, weil er länger dauert.
Die Falle im MischwertWer die Gesamtkosten durch alle Kontakte teilt, muss prüfen, ob im Zähler auch die Kosten aller dieser Kontakte stecken. Im Modellbetrieb bearbeitet ein Dienstleister 68.200 Anrufe, deren Kosten in der internen Kostensumme nicht enthalten sind. Der Nenner sind deshalb 551.800 und nicht 620.000 Kontakte, und der Wert 8,94 und nicht 7,95 Euro.
ZielwertKeiner. Diese Zahl ist eine Rechengröße für Entscheidungen. Wer sie zum Ziel macht, bekommt kürzere Gespräche und mehr Wiederholanrufe.
Modellbetrieb85 Euro je Bearbeitungsstunde, daraus 8,92 Euro je Telefonkontakt. Nicht 71 Euro je produktiver Stunde. Dieser Satz verteilt die Kosten auf die verfügbare Zeit, multipliziert wird aber mit der Bearbeitungszeit. Die Wartezeit dazwischen bliebe unverteilt.
Produktive Stunden je Vollzeitkraft
kanalunabhängig
Was es kostet
Wie viel Arbeitszeit einer Vollzeitkraft tatsächlich an Kontakten ankommt.
produktive Stunden=(Vertrag−Abwesenheit)×Anteil
Vertrag steht für die Vertragsstunden, Anteil für den produktiven Anteil der Anwesenheit.
Die drei StufenVertragsstunden, Anwesenheitsstunden, produktive Stunden. Jede Angabe muss sagen, welche Stufe gemeint ist. Kapitel 35 zeigt, wie teuer diese Unterscheidung in einem Angebot wird.
FallenDer produktive Anteil enthält Pausen, Schulung, Coaching und Besprechung. Wer ihn hoch ansetzt, um die Rechnung freundlich aussehen zu lassen, streicht damit rechnerisch die Entwicklung.
ZielwertKeiner. Ein hoher Wert sagt vor allem, was gestrichen wurde.
Modellbetrieb1.820 Vertragsstunden, 1.380 Anwesenheit, 1.104 produktiv, 938 bearbeitet.
Vermeidbare Nachfrage in Euro
alle Kanäle
Was es kostet
Was die Nachfrage kostet, die bei fehlerfreiem Ablauf nicht entstanden wäre.
vermeidbar in Euro=Kontakte×Anteil×Kosten je Kontakt
Anteil steht für den Anteil der Kontakte, die vermeidbar sind.
NennerAlle Kontakte des Zeitraums über alle Kanäle.
Der AnteilEr wird aus der Kontaktgrund-Auswertung abgeleitet und nicht geschätzt. Ohne die Architektur aus Kapitel 7 ist diese Zahl eine Meinung.
FallenDie Servicekosten sind der kleinere Teil. Die Nacharbeit außerhalb des Service ist oft größer, steht aber in keiner Servicerechnung. Wer nur den Service rechnet, unterschätzt den Betrag erheblich.
ZielwertEine Richtung, keine Zahl. Die Zahl steigt, wenn die Auswertung besser wird, und das ist kein Rückschritt.
Modellbetrieb38 Prozent der Kontakte sind vermeidbar.