Contact-Center-Betrieb
Aufbau und Führung von Service-Einheiten, telefonisch und schriftlich, ein- und mehrsprachig. Seit 2002, zuerst am Telefon, dann in der Steuerung.
Foto: MART PRODUCTION / PexelsWas ich in diesem Feld gemacht habe
Ich habe Service-Einheiten von null aufgebaut und bestehende übernommen. Vom Standort mit vierzig Plätzen bis zum Service Center einer privaten Hochschule, das den ersten Level für drei Fachbereiche übernommen hat.
Aufbau
Standortwahl, Recruiting-Vorlauf, Technik, Erstkunde. Was beim Aufbau schiefgeht, geht fast immer im Vorlauf schief, nicht in der Technik. Wer im Januar öffnen will, fängt im Oktober mit dem Einstellen an, und die Wissensbasis steht vor dem ersten Anruf.
Qualität und Vergütung
Ein Qualitätssystem, das niemand versteht, verändert nichts. Ich baue Scorecards, die eine Führungskraft im Gespräch erklären kann, und koppele Vergütung erst daran, wenn die Messung stabil ist.
Als ich eine Mitarbeiter-Scorecard eingeführt habe, war die Skepsis groß, und der Betriebsrat saß mit am Tisch. Wir haben die Kennzahlen gemeinsam durchgesprochen, bis klar war, was sie belohnen und was sie nicht messen können. Am Ende lief das System, und es hat auch die überzeugt, die anfangs dagegen waren. Seitdem beginne ich bei so etwas mit der Frage, was eine Kennzahl belohnt, und erst danach damit, ob sie sich messen lässt.
Mehrsprachige Teams
Ein Team aus neun Ländern führt man nicht mit einem Regelwerk. Erwartungen an Antwortzeit, Direktheit und Eskalation sind je Markt verschieden, und ein einziges Service Level über alle Märkte erzeugt Streit über die Auslegung.
Wissen als eigentliche Hürde
Beim Aufbau eines First-Level-Bereichs ist die Technik in Wochen fertig. Die Frage, wer welche Antwort abgibt und wer sie pflegt, dauert Monate. Genau daran scheitern die meisten Overflow-Projekte.
Was sich mit KI verändert hat
Ich habe eine KI-Lösung für eingehende Anrufe eingeführt. Sie hat den Inbound entlastet, und sie hat Wechselwirkungen ausgelöst, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Wer die einfachen Fälle automatisiert, verändert damit auch die verbleibenden: ihre Dauer, ihren Schwierigkeitsgrad und das, was ein guter Gesprächsverlauf danach überhaupt bedeutet. Diese Rechnung gehört vor die Einführung, nicht danach.
Steht bei Ihnen ein Aufbau an?
Wenn Sie einen Service-Betrieb aufbauen, übernehmen oder stabilisieren wollen, sprechen wir darüber, was in Ihrer Lage zuerst dran ist.
Aleksander Grosz