Gute Gespräche lassen sich planen.
Seit Oktober 2026 bin ich Geschäftsführer der Spenden Manufaktur in Berlin, eines Dienstleisters für Telefon-Fundraising. Davor habe ich über zwanzig Jahre Kundenservice und Contact Center verantwortet, auf beiden Seiten des Tisches, zuletzt mit Schwerpunkt Outbound. Darüber schreibe ich in meinem Newsletter und auf LinkedIn.
Bis zu 370 FTE bei mehreren Dienstleistern gesteuert · ein Contact Center von null aufgebaut · COPC Registered Coordinator

des Tisches
2020 bis 2023
2015 bis 2016
2012 bis 2015
Wo ich zuerst hinschaue
Ob ein Gespräch gelingt, entscheidet sich oft vorher: bei der Planung und bei der Frage, wer wofür zuständig ist. Zwei Beispiele aus dem Service, eines aus dem Outbound.
Als Erstes trenne ich Wiederholanrufe von Erstkontakten. In vielen Berichten stehen sie als zwei erledigte Kontakte da, obwohl der Fall noch offen ist, und damit sieht der Betrieb produktiver aus, als er ist. Mit einer sauberen Kontaktgrund-Systematik wird sichtbar, welche Fälle beim ersten Mal nicht abschließend beantwortet werden, und genau dort entstehen die Zweitanrufe.
Ich habe eine KI-Lösung für eingehende Anrufe eingeführt, und sie hat den Inbound spürbar entlastet. Dabei habe ich vor allem die Wechselwirkungen kennengelernt. Wenn die einfachen Fälle wegfallen, verändert sich alles dahinter: der Mix der übrigen Gespräche, ihre Dauer, die Anforderungen an die Leute und die Frage, woran man Qualität danach noch misst. Das plane ich seitdem von Anfang an mit ein.
Dreimal habe ich den Outbound zu einer eigenen Einheit gemacht, mit eigenem Team und Dialer. Beim Wählen von Hand geht der halbe Tag mit Warten und Anrufbeantwortern verloren. Wo Outbound nebenbei mitlaufen soll, findet sich jeden Tag ein guter Grund, warum heute nicht. Mit eigener Mannschaft wurden aus liegengebliebenen Leads Gespräche.
Drei Felder, alle selbst verantwortet
Aufgaben, für die ich Budget und Personal hatte.
Contact-Center-Betrieb
Aufbau und Führung von Service-Einheiten, telefonisch und schriftlich, ein- und mehrsprachig.
- Standortaufbau von null, bis zum ersten Kunden
- Qualitätssystem, mit dem Betriebsrat abgestimmt
- Mehrsprachige Teams, bis neun Länder
Dienstleistersteuerung
Auswahl, Vertrag und Steuerung von Partnern, national und international, von beiden Seiten des Vertrags.
- Ausschreibungen in Europa, Nord- und Südamerika
- Business Reviews und ein Benchmark über alle Anbieter
- Bonus-Malus, das beide Seiten nachrechnen
- Workforce Management beim Auftraggeber
Outbound und Telesales
Aufbau interner Einheiten für den Lead-Outbound, damit liegengebliebene Leads überhaupt angerufen werden.
- Ein eigenes Team, das nur dafür zuständig ist
- Dialer statt Wählen von Hand
- Anrufreihenfolge nach Lead-Alter und Erreichbarkeit
Was dabei herauskam
Lead-Qualifizierung ins eigene Haus
- Aufgabe
- Dreimal dieselbe Ausgangslage. Leads waren da, teils reichlich, aber ein großer Teil blieb liegen. Gewählt wurde von Hand, die Wiedervorlagen liefen auseinander, und zuständig war jeweils ein Team, das schon andere Aufgaben hatte. Wo Dienstleister im Einsatz waren, blieben sie unter ihren Möglichkeiten.
- Umsetzung
- Jedes Mal derselbe Weg. Ein eigenes Team, das ausschließlich für den Lead-Outbound zuständig ist, und ein Dialer, damit die Zeit ins Gespräch geht statt ins Wählen und Warten. Dazu Anrufreihenfolge und Erreichbarkeitsfenster nach Lead-Alter, Coaching am Arbeitsplatz und eine Vergütung, die erst an Ergebnisse gekoppelt wird, wenn die Messung steht.
Steuerung einer internationalen Outsourcing-Einheit
- Aufgabe
- Mehrere Dienstleister in mehreren Märkten, ohne gemeinsame Definitionen und ohne belastbare Kapazitätsplanung.
- Umsetzung
- Performance Management aufgesetzt, mit festem Berichtswesen, planmäßigen Business Reviews und einem Benchmark, der die Dienstleister untereinander vergleichbar machte. Dazu ein gemeinsames Kennzahlen-Glossar, ein eigenes WFM- und RTM-Team und die Auswahlverfahren für Europa, Nordamerika und Brasilien.
Tech-Support-Großaccount auf Standard gebracht
- Aufgabe
- Operative Verantwortung für den Account eines amerikanischen Premium-Technologieanbieters, 17 Team Manager, anstehende Rezertifizierung nach dem COPC-Standard.
- Umsetzung
- Steuerungs- und Qualitätsprozesse auf den Standard ausgerichtet, Führungsspanne neu geschnitten, Kennzahlen vereinheitlicht. Rezertifizierung bestanden.
Ein Contact Center auf der grünen Wiese
- Aufgabe
- Ein Logistikunternehmen wollte seinen Kunden auch Kundenservice anbieten, aus dem eigenen Haus. Vorhanden waren ein Budget und eine leere Fläche.
- Umsetzung
- Standort ausgewählt und eingerichtet, Telefonie und Technik beschafft, Personal für vierzig Plätze eingestellt und eingearbeitet, Preise kalkuliert und die Vertragsentwürfe für die ersten Auftraggeber geschrieben. Danach der laufende Betrieb für Pay-TV und Versandhandel.
Längere Texte aus dem Betrieb
Dazu laufend kürzere Notizen auf LinkedIn.

Interview: „Der Kontaktgrund gehört nicht dem Service“
Drei Fragen von Chefredakteur Alexander Jünger: warum Serviceorganisationen ihr Kontaktvolumen kennen, die Gründe dahinter aber nicht, wie Bots Kontaktgründe unsichtbar machen und wer für vermeidbare Kontakte geradesteht.

Acht Monate. Geplant waren drei.
Ein Kybernetiker hat 1972 aufgeschrieben, was da schiefgeht.

7,40 Euro. Der Rest der Rechnung wird nicht gedruckt.
Was der Anruf danach auslöst, steht auf keiner Auswertung.

Ich habe Dienstleister gesteuert und Dienstleister geführt
Angefangen habe ich 2002 selbst am Telefon, in einem Elektronik-Onlineshop. Danach Teamleitung, Standortaufbau, Betriebsleitung. Später auf der anderen Seite: Auftraggeber, der Ausschreibungen schreibt, Verträge verhandelt und Dienstleister steuert.
Wer beide Seiten kennt, liest eine Ausschreibung anders und weiß, wo der Dienstleister rechnet. Das merkt man in Eskalationen.
- Über 20 Jahre Contact Center, Service und Telesales
- Seit 2026 Geschäftsführer der Spenden Manufaktur
- Stationen bei Zalando, Sitel, Convergys, FlixBus, IU und IUNworld
- COPC Registered Coordinator seit 2015
- Berlin, deutsch und englisch
Fachartikel aus dem Betrieb
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Aleksander Grosz